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Stadtwerke, Wedel

SANIERUNG UND UMBAU EINES BÜROGEBÄUDES

PROJEKTKENNWERTE

BAUHERRStadtwerke Wedel
BAUJAHR
EINHEITEN1 Nutzungseinheit
BGF1.950 m²
LEISTUNGENLph 1 – 2
STATUSStudie

STÄDTEBAULICHE FIGUR

Die Riststraße, deren Merkmal u.a. die hohe Zahl an historischen Bauwerken und Fassaden ist, soll durch den vorliegenden Entwurf um ein entsprechendes Neubau- Ensemble ergänzt werden. Dabei soll der nicht erhaltenswerte Bestandsbau auf dem Grundstück der Riststraße 18 samt rückwärtig befindlicher (Hallen-) Bebauung durch zweigeschossigen Geschosswohnungsbau in Form von einem Vorder- und einem Haupthaus ersetzt werden. Diese Form der zweiteiligen Bebauung erklärt sich durch die enorme Grundstückstiefe der östlich der Riststraße gelegenen Grundstücke und findet sich auch in der direkten Nachbarschaft wieder.

Die durch den Rückbau des Bestandshauses entstehende Baulücke soll im Zuge der Neubebauung durch das Vorderhaus behutsam geschlossen werden, um das Straßenbild nicht zu beeinträchtigen. Zu diesem Zweck orientiert sich der Neubau an den Gebäudefluchten, –höhen und der äußeren Gestaltung der vorhandenen straßenseitigen Bebauung. Im hinteren, in der Topographie deutlich abfallenden Grundstücksteil findet das Haupthaus mit insgesamt elf Wohneinheiten seinen Platz. Wie das Vorderhaus ist auch dieser Baukörper zweigeschossig geplant. Zusammen mit dem zu erhaltenden Bestandsbau Riststraße 20 entsteht so ein hof- und quartiersbildendes Gebäudeensemble, das einen Innenhof mit Aufenthaltsqualität einfasst.

Südlich des Vorderhauses verläuft die Zufahrt zur Tiefgarage, die mit ihren 14 Stellplätzen ausreichenden Platz für die anliegenden Bewohner bietet. Vor dem Haupthaus werden weiterhin vier Außenstellplätze für PKW geplant. Der Bestandsbau und das Haupthaus teilen sich die Erschließung über eine Zuwegung nördlich des Vorderhauses.

BAUKÖRPER UND FASSADENGESTALTUNG

Beide Baukörper zeigen ihre Verwandschaft deutlich in Materialwahl, Dachform und Geschossigkeit und tragen so zum quartiersbildenden Charakter bei. Die bewusste Wahl des Mansarddachs ermöglicht neben dem historisierenden Stil die Unterbringung von an Dachschrägen armen Wohnungen, ohne jedoch die Gebäudekubatur (wie bei einem Staffelgeschoss) höher erscheinen zu lassen. Der vorliegende Entwurf ist demzufolge – analog zur angrenzenden Reihenhausbebauung im Norden des Baugrundstücks – deutlich als zweigeschossiges Haus mit Dach wahrzunehmen.

Die Gebäudeform des Vorderhauses wird bedingt durch Abstandflächen, Baufluchten und Wegeführung auf Ausmaße von 7,50 m * 11,50 beschränkt. Diese kleine Bauform fügt sich jedoch gut in das Straßenbild ein und hält gebührenden Abstand zu den Nachbarbauten. Das Vorderhaus kann mit zwei Wohneinheiten oder optional einer Kombination aus Gewerbe und Wohnen bespielt werden.

Die Grundform des Haupthauses wird durch zwei Gebäudeversätze geprägt, die einerseits dem Verlauf der östlichen Grundstücksgrenze folgen und zudem der Gebäudelänge von 37,50 m eine deutliche Zäsur verschaffen. Die Baumasse wird somit zusätzlich optisch verkleinert. Das Haupthaus bietet zudem Platz für insgesamt elf Wohneinheiten mittlerer Größe mit über zwei Treppenhäuser / Aufzüge angeschlossener Tiefgarage (ca. 14 Stellplätze). Der Lage des Grundstücks an der Wedeler Au entsprechend sind die Grundrisse grundlegend gen Osten orientiert. Die großen Ostbalkone sind allesamt in den Baukörper geschoben, um nicht allzu ausladend zu erscheinen.

Da die Außenwirkung der Gebäude eine entscheidende Rolle bei der Integration in die Nachbarbebauung spielt, wurde beim  Projekt ebenfalls besonderer Wert auf die Gestaltung der Fassaden gelegt. Vorder- und Haupthaus werden analog zu vielen Altbauten in der Riststraße mit weißer (Wärmedämm-) Putzfassade erstellt. Zusätzlich sorgen horizontale, geschossweise angebrachte Gesimsbänder für naheliegende Analogien zur Bestandsbebauung. Bodentiefe Fenster in klassischer Teilung sowie das zuvor erwähnte Mansarddach in dunkler Eindeckung unterstützen und komplettieren die historisierende Anmutung des Neubauvorhabens und sorgen für eine harmonische Integration in die Umgebung.